Genussreisen

Brot backen am Berg

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Rauris. Ein – immer noch – urtümliches Tal im Salzburger Land. Imposante Berge und weite Wiesen und Wälder. Und hoch oben, über dem Land, die Kalchkendlalm. Hier hat Roswitha Huber ihre Heimat, ihr Daheim, gefunden. Seit mehreren hundert Jahren bietet der ehemalige Bergbauernhof Menschen ein gutes Zuhause. Und auch heutzutage kommen die Leute wieder hinauf, auf die Kalchkendlalm. Roswitha schuf hier mit ganz viel Herzblut ein stimmiges und traditionsreiches Ambiente, das zum Bleiben einlädt. Ehrlich und bodenständig präsentiert sich die Eigenbrötlerin, die hier, abseits des gewohnten Lebens, einen ganz besonderen Verein ins Leben gerufen hat. Die Schule am Berg möchte das so wertvolle Wissen von früher, von den Bauersleut‘, am Leben erhalten. Und so erklärt sich auch der Name Eigenbrötlerin, denn auf der Kalchkendlalm wird Brot gebacken. Unspektakulär. Eben wie in früheren Zeiten. Und doch ein Erlebnis für Groß und Klein!

Die Schule am Berg bewahrt Traditionen!

Mit Handschlag werden Gäste auf der Kalchkendlalm von Roswitha begrüßt. „Ich bin die Roswitha, wie heißt Du?“ Am Berg ist man per Du und das ist auch gut so. Denn einfach war das Leben früher und die Kurse, die regelmäßig auf dem ehemaligen Bergbauernhof in Rauris stattfinden, gewähren einen Einblick in den harten, aber nicht weniger erfüllenden Alltag in längst vergangenen Zeiten. Roswitha erzählt ebenfalls aus ihrem Leben. Lehrerin sei sie gewesen, damals, in Rauris. Lange her. Doch die Liebe zu den Menschen und besonders zu den Kindern ist geblieben. Und die Motivation, Wissen weiterzugeben. Heute ist es das Wissen um die alte Zeit, wie es damals war. Die Kalchkendlalm wurde liebevoll restauriert und erweitert und konnte trotzdem oder gerade deshalb ihren Charme behalten. Katzen liegen auf der Hausbank in der Sonne, Ziegen grasen nebenan und Hühner picken am Boden. Ansonsten ist hier oben nicht viel zu hören, fast ungewohnt, diese Stille. Dann führt uns Roswitha in ihre gute Stube. Denn es ist Zeit zum Brotbacken!

Brot backen wie früher – Brot backen im Holzofen

Der mächtige Holzofen vorm Haus ist bereits geschürt und wartet auf die Laibe, doch die müssen erst geformt werden. Also geht es an das Teig kneten. In einem großen Bottich werden alle Hände gebraucht und dann darf der Sauerteig gehen. Am warmen Ofen, der die Stube heizt. Sonst hat Roswitha nicht viel auf der Kalchkendlalm. Strom nur, wenn Besucher da sind. Auto ist auch keines vorhanden. Sie hat sich ganz bewusst für das einfache Leben entschieden. Und genießt den reduzierten Alltag, der deshalb wohl noch intensiver ist. Bei selbst gemachten Kaspressknödel und süßen Rohrnudeln vergeht die Zeit wie im Fluge und schon können die Laibe in den Holzofen „eingeschossen“ werden. Viel Erfahrung ist notwendig beim Brotbacken. Wann hat der Ofen die richtige Temperatur und hat der Teig lange genug geruht? Für Roswitha mittlerweile Routine. Und doch hat sie sich ihr Wissen hart erarbeitet. Reiste dabei um die halbe Welt und besuchte andere Holzofenbäcker. Daraus entstanden Freundschaften und Ideen.

Internationales Brotfest in Rauris!

Brot backen am BergZum ersten Mal fand das Internationale Brotfest in Rauris im Jahr 2010 statt. Und sollte eigentlich ein großes Abschiedsfest von Roswithas Schule am Berg sein. Zu unrentabel waren die wenigen Kurse damals. Also sollte ein großer Festakt mit Brotliebhabern und HolzofenbäckerInnen aus aller Welt das Ende beschließen. Doch das war es nicht, ganz im Gegenteil, damals begann alles erst! Heute lädt die Eigenbrötlerin unterm Jahr interessierte Schulklassen und Gruppen mit Erwachsenen ab 5 Personen in ihr Zuhause ein und bäckt mit ihnen Brot. Und erzählt ihre Geschichte. Und man merkt, diese Frau möchte etwas bewegen, diese Frau hat lebt für das, was sie tut. Und niemand kann sich dieser Begeisterung entziehen.

Brot und das Leben, Brot IST das Leben!

Dabei geht es doch eigentlich nur ums Brot. Das bereits herrlich duftet und endlich aus dem Holzofen kommt. Jeder bekommt seinen eigenen Laib und darf auch gleich einmal abbeißen. Dabei werden Kindheitserinnerungen wach, vor der Kalchkendlalm und mit Blick auf das atemberaubende Bergpanorama im Rauriser Tal. Ehrlich, ohne viel Schnickschnack, einfach und bodenständig, so schmeckt ihr Brot und so geht Roswitha Huber auch auf ihre Gäste zu. Mit ihrer Schule am Berg schenkt die Eigenbrötlerin, wie sie im Tal mit einem Augenzwinkern genannt wird, den Menschen eine kurze Auszeit und das Bewusstsein, dass es noch viel mehr gibt im Leben als das Streben nach mehr. Manchmal ist schon ein Stück Brot mehr als genug.

Kontakt und Info:

Schule am Berg
Roswitha Huber
Kalchkendlalm, Fröstlbergweg 44
5661 Rauris-Wörth, Österreich
Telefon: +43 (0)6544 / 6445
E-Mail: kalchkendl@rauris.net, Web: www.schule-am-berg.at

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